Hautgesundheit bei Diabetes

In Kürze:
Blutzucker bestimmt deine Hautgesundheit: Dauerhaft hohe Glukosewerte können feine Blutgefäße schädigen, die natürliche Schweißbildung reduzieren und die Verzuckerung von Kollagenfasern beschleunigen. Dadurch kann deine Haut an Elastizität verlieren, schneller austrocknen und sich bei kleineren Verletzungen langsamer regenerieren.
Hautveränderungen als frühes Warnsignal: Trockene Haut, Juckreiz, schmerzlose braune Flecken an den Unterschenkeln oder samtartige Dunkelfärbungen in Hautfalten treten oft schon vor der Diagnose auf.
Stabile Werte und gezielte Pflege schützen: Eine stabile Blutzuckereinstellung im Zielbereich bildet die effektivste Grundlage für eine gesunde Hautbarriere.
Stellenwechsel verhindert Gewebeveränderungen: Konsequentes Rotieren der Einstich- und Katheterstellen kann dein Unterhautfettgewebe vor Verhärtungen schützen. Verdickte Gewebeknoten können eine gleichmäßige Insulinaufnahme beeinträchtigen.
Kluges Pflastermanagement bei Diabetes-Technik: Hautreizungen oder Allergien durch Klebstoffe von CGM-Sensoren und Pumpenkathetern kannst du durch Barriere-Sprays oder Schutzfolien als Zwischenschicht lindern.
Hautgesundheit bei Diabetes
Die Haut ist das größte Organ des menschlichen Körpers und erfüllt viele wichtige Aufgaben. Sie schützt vor Krankheitserregern, reguliert die Körpertemperatur und hilft dabei, Berührungen, Druck oder Schmerzen wahrzunehmen. Bei Diabetes kann sich die Haut jedoch auf unterschiedliche Weise verändern. Manche dieser Veränderungen entstehen schleichend über viele Jahre, andere treten bereits früh auf und sind mitunter sogar ein erster Hinweis auf einen bislang unentdeckten Diabetes. Die gute Nachricht ist: Fast alle Hautprobleme lassen sich vermeiden oder zumindest deutlich lindern. Mit einer guten Blutzuckereinstellung, der richtigen Hautpflege und beständiger Aufmerksamkeit kannst du einiges für deine Hautgesundheit tun.
In diesem Artikel erfährst du, welche Auswirkungen der Diabetes auf deine Haut haben kann. Außerdem geben wir dir praktische Tipps zur Pflege - auch rund um das Thema Pflaster und Co. - mit. Wir klären dich zudem über mögliche Folgeerkrankungen deiner Haut auf, die durch eine Diabetes Therapie entstehen können.
Warum Diabetes die Haut verändern kann
Bleiben die Blutzuckerwerte über längere Zeit erhöht oder schwanken sie stark, beeinflusst das viele Gewebe im Körper – darunter auch die Haut. Dabei spielen sich im Körper verschiedene Prozesse ab, die dafür verantwortlich sind, dass Menschen mit Diabetes häufiger unter trockener Haut, Juckreiz oder Infektionen leiden als Personen, die nicht von der Stoffwechselerkrankung betroffen sind.
Längere Zeit erhöhter Blutzucker schädigt kleine Blutgefäße
Unsere Haut wird über ein dichtes Netz feinster Blutgefäße mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Erhöhter Blutzucker kann diese kleinen Gefäße nach und nach schädigen. Die Gefäßwände verdicken sich und verlieren an Elastizität. Dadurch werden die feinen Blutgefäße enger und können die Haut nicht mehr so gut mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Außerdem funktioniert der Abtransport von Abfallstoffen aus dem Zellstoffwechsel schlechter. Die Haut verliert an Widerstandskraft, regeneriert sich langsamer und kleine Verletzungen heilen oft verzögert.
Nervenschäden beeinflussen die Haut
Erhöhte Blutzuckerspiegel können auch die Nerven schädigen. Diese sogenannte diabetische Neuropathie betrifft nicht allein das Schmerz- und Berührungsempfinden, sondern auch die Nerven, die Schweißdrüsen und Blutgefäße steuern. Genauer gesagt: Wenn die Haut weniger Schweiß produziert, fehlt ihr ein wichtiger natürlicher Schutzfilm. Die Folge ist trockene, rissige Haut, die leichter einreißt und Krankheitserregern eine Eintrittspforte öffnet. Hinzu kommt, dass Betroffene kleinere Verletzungen oder Druckstellen schlechter wahrnehmen, sodass diese oft erst spät entdeckt werden.
Das Immunsystem arbeitet weniger effektiv
Auch das Immunsystem wird durch dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte beeinträchtigt. Abwehrzellen reagieren träger und können Bakterien oder Pilze nicht mehr so wirksam bekämpfen wie bei einem gut eingestellten Stoffwechsel. Zudem enthält Schweiß bei hohen Blutzuckerwerten mehr Glukose. Feuchte Hautbereiche wie Hautfalten oder der Intimbereich bieten dadurch besonders günstige Bedingungen für Pilze, insbesondere Hefepilze der Gattung Candida. Deshalb treten Hautpilze und bakterielle Infektionen bei Menschen mit Diabetes häufiger auf und heilen oft langsamer ab.
Warum die Haut langsamer heilt
Für die Wundheilung bedarf es eines perfekten Zusammenspiels mehrerer Abläufe. Blutgefäße müssen ausreichend Sauerstoff liefern, Immunzellen Krankheitserreger beseitigen und Bindegewebszellen neues Gewebe aufbauen. Bei Diabetes funktionieren diese Prozesse oft nicht mehr optimal. Die verminderte Durchblutung, geschädigte Nerven, die veränderte Immunabwehr und die Auswirkungen der Glykation (siehe unten) bremsen die Heilung. Selbst kleine Kratzer, Blasen oder Druckstellen können deshalb länger bestehen bleiben oder sich entzünden.
Wenn Zucker Proteine verändert: die Verzuckerung (Glykation)
Ein weiterer wichtiger Mechanismus ist die Verzuckerung, fachsprachlich Glykation, die an sich als typisches Problem der Hautalterung gilt, also normalerweise erst später nervt, durch einen dauerhaft hohen Blutzuckerspiegel aber beschleunigt wird. Dabei verbinden sich Zuckermoleküle ohne Beteiligung von Enzymen dauerhaft mit Eiweißen (Proteinen), Fetten und Nukleinsäuren wie DNA und RNA. In der Folge entstehen sogenannte Advanced Glycation End Products, kurz AGEs. Diese AGEs verändern die Eigenschaften vieler Gewebe. Besonders betroffen sind Strukturproteine wie Kollagen und Elastin, die der Haut Stabilität und Elastizität verleihen. Durch die Glykation werden diese Fasern steifer und weniger beweglich. Die Haut verliert an Spannkraft, fühlt sich trockener an und regeneriert sich langsamer. AGEs fördern außerdem Entzündungsprozesse und erhöhen den oxidativen Stress. Dabei entstehen vermehrt aggressive Sauerstoffverbindungen, die Zellen zusätzlich schädigen. Zusammen mit der schlechteren Durchblutung und der verminderten Immunabwehr schafft die Verzuckerung Bedingungen, unter denen Hautprobleme sehr viel häufiger auftreten.
Eine gute Stoffwechseleinstellung schützt die Haut
Wichtig: Nicht jeder Mensch mit Diabetes entwickelt automatisch Hautprobleme. Wie stark die Haut betroffen ist, hängt unter anderem von der Dauer des Diabetes, der individuellen Veranlagung und vor allem von der Blutzuckereinstellung ab. Je häufiger bzw. länger sich die Blutzuckerwerte im individuellen Zielbereich (TIR) befinden, desto geringer ist das Risiko für Gefäß- und Nervenschäden sowie für die Bildung von AGEs. Eine stabile Stoffwechseleinstellung beugt zahlreichen diabetischen Folgeerkrankungen vor und trägt auch wesentlich dazu bei, die Haut gesund und widerstandsfähig zu erhalten.
Hautauffälligkeiten als mögliches erstes Symptom vor der Diagnose
Nicht selten ist es die Haut, die erste Hinweise auf einen bisher unentdeckten Diabetes oder eine Insulinresistenz liefert. Wiederkehrende Pilzinfektionen, hartnäckiger Juckreiz, schlecht heilende Wunden oder andere Hautauffälligkeiten können so manchmal den Weg zu einer Diabetes-Diagnose ebnen. Besonders dunkle, samtartige Hautverfärbungen in Körperfalten (Acanthosis nigricans, siehe weiter unten) gelten als typisches Warnzeichen einer ausgeprägten Insulinresistenz, die wiederum DAS Charakteristikum von Typ 2 Diabetes ist. Treten solche Veränderungen ohne erkennbare Ursache auf oder kommen immer wieder zurück, sollte man ärztlich abklären, ob ein (Prä-)Diabetes vorliegt. Eine frühe Diagnose ermöglicht es, rechtzeitig gegenzusteuern und Folgeerkrankungen vorzubeugen.
Ein Zugang. Über 20 ExpertInnen.
Stell dir vor, du hättest über 20 ExpertInnen in deiner Schwerpunktpraxis, die selbst mit Diabetes leben. Echter Austausch auf Augenhöhe. Tipps und Tricks über Hautgesundheit aus eigener Erfahrung. Über 20 Events. Jeden Monat. Laufzeit monatlich oder jährlich. Jederzeit kündbar. Sichere dir jetzt deinen Zugang.
Typische Hautveränderungen und was jeweils dahintersteckt
Diabetes kann sich auf ganz unterschiedliche Weise an der Haut bemerkbar machen. Manche Veränderungen sind harmlos und vor allem kosmetisch störend, andere können auf eine ungünstige Blutzuckereinstellung oder Begleiterkrankungen hinweisen. Deshalb ist es wichtig, die eigene Haut regelmäßig aufmerksam zu betrachten und Auffälligkeiten immer ernst zu nehmen. Im Folgenden gehen wir etwas näher auf mögliche Hautveränderungen ein.
Diabetische Dermopathie: braune Flecken an den Unterschenkeln
Die diabetische Dermopathie gehört zu den häufigsten Hautveränderungen bei Menschen mit Diabetes. Typisch sind einige Millimeter bis wenige Zentimeter kleine, rundliche oder ovale, hell- bis dunkelbraune Flecken an den Schienbeinen. Sie können einzeln auftreten oder in größerer Zahl vorkommen. Die Oberfläche ist oft leicht eingesunken oder schuppig. Normalerweise verursachen die Flecken weder Schmerzen noch Juckreiz und müssen auch nicht behandelt werden. Vermutlich entstehen sie durch Veränderungen der kleinen Blutgefäße in der Haut und durch winzige Verletzungen, die bei einer gestörten Wundheilung langsamer abheilen. Sie gelten deshalb als Hinweis darauf, dass bereits diabetesbedingte Veränderungen der Gefäße bestehen können.
Trockene Haut (Xerosis)
Viele Menschen mit Diabetes leiden unter trockener Haut, im Fachjargon Xerosis genannt. Sie fühlt sich rau an, spannt und kann feine Schuppen oder kleine Risse entwickeln. Besonders häufig betroffen sind die Hände, Ellenbogen, Unterschenkel und/oder Füße. Mehrere Ursachen spielen dabei zusammen. Eine verminderte Schweißproduktion durch Nervenschäden, eine schlechtere Durchblutung und Veränderungen der Hautbarriere führen dazu, dass die Haut weniger Feuchtigkeit speichern kann. Gleichzeitig verdunstet über die geschwächte Hautbarriere mehr Wasser, sodass die Haut leichter austrocknet. Trockene Haut ist weit mehr als “nur” ein kosmetisches Problem. Kleine Risse können Bakterien oder Pilzen den Eintritt erleichtern und damit das Risiko für Infektionen erhöhen. Deshalb zählt eine regelmäßige, sorgsame Hautpflege zu den wichtigsten Maßnahmen im Alltag.
Juckreiz
Juckreiz kann den gesamten Körper betreffen oder nur einzelne Hautpartien. Manche Menschen mit Diabetes verspüren ihn vor allem an den Unterschenkeln oder am Rücken, andere im Genital- oder Analbereich. Je trockener die Haut ist, desto stärker fällt der Juckreiz häufig aus. Neben trockener Haut kommen weitere Ursachen infrage. Eine schlechte Blutzuckereinstellung kann Nerven reizen und dadurch unangenehmes Jucken auslösen. Auch Durchblutungsstörungen oder bestimmte Medikamente können eine Rolle spielen.
Tritt Juckreiz im Intimbereich auf, steckt nicht selten eine Pilzinfektion mit Candida-Hefepilzen dahinter. Erhöhte Blutzuckerspiegel fördern deren Wachstum, weil sie den Pilzen günstige Lebensbedingungen bieten. Typisch sind zusätzlich Rötungen, Brennen, Schwellungen oder weißliche Beläge. Solche Infektionen lassen sich meist gut behandeln, sollten aber ärztlich abgeklärt werden – insbesondere wenn sie immer wieder auftreten.
Acanthosis nigricans: dunkle, samtartige Hautveränderungen
Bei der Acanthosis nigricans handelt es sich um eine auffällige Hautveränderung, die meist mit einer Insulinresistenz verbunden ist. Dabei entstehen dunkle, bräunliche bis grauschwarze Hautareale mit einer samtartigen, leicht verdickten Oberfläche. Am häufigsten finden sich diese Veränderungen am Nacken, in den Achselhöhlen, in der Leistengegend oder unter der Brust. Die Haut fühlt sich dort oft etwas gröber und leicht erhaben an. Ursächlich ist aber nicht hoher Blutzucker, sondern ein dauerhaft erhöhter Insulinspiegel. Weil bei einer Insulinresistenz die Zellen Insulin schlechter aufnehmen können, verbleibt viel davon im Blut. Insulin regt bestimmte Hautzellen dazu an, sich stärker zu vermehren und mehr Farbstoff einzulagern. Besonders bei Menschen mit Übergewicht oder Prädiabetes kann die Acanthosis nigricans deshalb ein wichtiges Warnsignal sein. Verbessert sich die Insulinresistenz durch Gewichtsabnahme, Bewegung und bei Bedarf eine wirksame Diabetes-Behandlung, können sich die Hautveränderungen in der Regel teilweise oder ganz zurückbilden.
Ausschlag und Entzündungen
Menschen mit Diabetes entwickeln häufiger Hautentzündungen als Stoffwechselgesunde. Die geschwächte Immunabwehr und die oft trockene Haut erleichtern es Krankheitserregern, in die Haut einzudringen. Hinzu kommt, dass Entzündungen langsamer abheilen. Vielfach treten bakterielle Infektionen auf, beispielsweise entzündete Haarfollikel, Furunkel oder Wundinfektionen. Auch Pilzerkrankungen kommen häufiger vor. Sie betreffen unter anderem Hautfalten, die Leistenregion, die Füße oder den Genitalbereich. Rötungen, Schwellungen, Nässen, Schmerzen oder eitrige Stellen sind immer ernst zu nehmen. Je früher eine Infektion behandelt wird, desto geringer ist das Risiko, dass sie sich ausbreitet oder schwerer verläuft. Eine gute Blutzuckereinstellung unterstützt den Körper zusätzlich bei der Heilung.
Gelbliche Haut
Manche Menschen mit Diabetes bemerken eine gelbliche Verfärbung der Haut, vor allem an den Handflächen oder Fußsohlen. Dahinter steckt häufig keine Lebererkrankung, wie man auch vermuten könnte, sondern eine vermehrte Einlagerung von Karotinen. Diese natürlichen Pflanzenfarbstoffe kommen unter anderem in Karotten, Kürbis oder Süßkartoffeln vor. Warum sich Karotine bei manchen Diabetes-Betroffenen stärker in der Haut ablagern, ist nicht vollständig geklärt. Vermutet werden Veränderungen des Fettstoffwechsels und des Karotinstoffwechsels.
Wichtig ist die Abgrenzung zur Gelbsucht, dem sogenannten Ikterus. Dabei verfärben sich zusätzlich die Augenweißanteile gelb. Tritt dies auf, sollte die Ursache rasch ärztlich abgeklärt werden.
Ein Zugang. Über 20 ExpertInnen.
Stell dir vor, du hättest über 20 ExpertInnen in deiner Schwerpunktpraxis, die selbst mit Diabetes leben. Echter Austausch auf Augenhöhe. Tipps und Tricks über Hautgesundheit aus eigener Erfahrung. Über 20 Events. Jeden Monat. Laufzeit monatlich oder jährlich. Jederzeit kündbar. Sichere dir jetzt deinen Zugang.
Hautveränderungen im Gesicht
Anhaltende Rötungen im Gesicht, vor allem an den Wangen oder der Nase, sind ebenfalls mögliche Hautauffälligkeiten bei Diabetes-Betroffenen, gemeinhin verursacht durch Veränderungen der kleinen Blutgefäße oder entzündliche Prozesse. Unreine Haut und Akne können insbesondere bei einer ausgeprägten Insulinresistenz häufiger auftreten. Hohe Insulinspiegel fördern unter anderem die Talgproduktion und beeinflussen verschiedene Wachstumsfaktoren der Haut. Das kann Pickel und Entzündungen begünstigen. Natürlich kommen für Hautunreinheiten viele Gründe und Auslöser infrage. Bestehen sie jedoch zusammen mit Übergewicht, einer Acanthosis nigricans oder weiteren Anzeichen einer Insulinresistenz, macht es Sinn, den Stoffwechsel ärztlich untersuchen zu lassen.
Acetongeruch als Warnsignal
Ein süßlich-fruchtiger, an Nagellackentferner erinnernder Atem- oder Schweißgeruch kann auf erhöhte Ketonkörper im Blut hinweisen. Wenn dem Körper nicht genügend wirksames Insulin zur Verfügung steht, baut er verstärkt Fett ab. Dabei bilden sich Ketonkörper, unter anderem Aceton, das über die Atemluft oder den Schweiß abgegeben wird. Vor allem bei Menschen mit Typ 1 Diabetes kann dies ein Warnzeichen für eine beginnende diabetische Ketoazidose sein. Diese ist ein medizinischer Notfall und geht häufig mit weiteren Beschwerden wie starkem Durst, häufigem Wasserlassen, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und einer vertieften Atmung einher. Treten solche Symptome auf, solltest du sofort die Ketonwerte überprüfen und umgehend medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.
Hautprobleme infolge der Diabetes-Therapie
Nicht nur “von innen” kann der Diabetes die Haut beeinflussen. Auch das von außen zugeführte Insulin sowie Pens, Insulinpumpen und CGM-Sensoren stehen regelmäßig in direktem Kontakt mit der Haut und können Hautreaktionen auslösen. Die meisten Beschwerden sind jedoch glücklicherweise harmlos und lassen sich gut behandeln oder vermeiden.
Insuline
Allergische Reaktionen auf moderne Insuline sind heute selten, kommen aber gelegentlich vor. Meist zeigen sie sich durch Rötungen, Schwellungen, Juckreiz oder kleine Quaddeln an der Einstichstelle. Sehr selten treten stärkere allergische Reaktionen auf. Nicht immer ist das Insulin selbst die Ursache. Auch Konservierungsstoffe oder andere Bestandteile der Insulinlösung können Hautreaktionen hervorrufen. Bestehen die Beschwerden wiederholt oder nehmen sie zu, solltest du dein Diabetes-Team informieren. Gegebenenfalls kann ein Wechsel des Präparats sinnvoll sein.
Pen und Insulinpumpe (Katheter)
Jede Insulininjektion mittels Pen und jeder Pumpenkatheter belastet die Haut und das Unterhautfettgewebe ein wenig. Wenn du immer wieder dieselbe Einstichstelle nutzt, kann sich das Fettgewebe verändern. Häufig entstehen dann sogenannte Lipohypertrophien. Dabei verdickt sich das Unterhautfettgewebe und bildet tastbare Knoten oder Wülste. In diesen Bereichen ist die Insulinaufnahme oft ungleichmäßig, wodurch der Blutzucker schlechter vorhersehbar wird. Seltener kommt es zu einer Lipodystrophie mit Rückbildung des Fettgewebes. Dabei entstehen kleine Vertiefungen in der Haut. Beide Veränderungen lassen sich meist vermeiden, wenn du die Einstichstelle konsequent wechselst und belasteten Hautarealen genügend Zeit zur Erholung gibst.
Auch kleinere Blutergüsse, Druckstellen oder lokale Entzündungen können an Einstichstellen auftreten. Halten sie länger an oder treten Schmerzen, Eiter oder starke Schwellungen auf, solltest du einen Arzt oder eine Ärztin konsultieren.
Pflaster für CGM-Sensoren und Pumpenkatheter
CGM-Sensoren und Pumpenkatheter werden typischerweise mit einem Klebepflaster auf der Haut befestigt, das dann dort mehrere Tage bleibt. Damit die Diabetes-Technik sicher haftet, enthalten die verwendeten Pflaster spezielle Klebstoffe, die meist auf Acrylatbasis aufgebaut sind. Manche Produkte enthalten zusätzliche Bestandteile, die empfindliche Haut reizen können. Bei manchen Menschen kommt es dadurch zu Hautreaktionen. Typisch sind Rötungen, Juckreiz, Brennen oder kleine Bläschen unter dem Pflaster. Teilweise handelt es sich lediglich um eine Reizung durch Feuchtigkeit, Schweiß oder mechanische Belastung. In anderen Fällen steckt eine Kontaktallergie gegen einen Bestandteil des Klebers dahinter. Je länger das Pflaster getragen wird, desto stärker können sich solche Beschwerden entwickeln. Wiederholen sich die Hautreaktionen bei jedem Sensor oder Katheterwechsel, solltest du die Ursache ärztlich abklären lassen. Oft kann ein Allergietest dabei helfen, den auslösenden Stoff zu identifizieren. Weiter unten findest du Tipps für den Umgang mit Allergien und Hautreizungen auf Pflaster und Katheter.
Tipps zur Linderung von Allergien und Hautreizungen beim Tragen von Pflastern und Kathetern
Vor dem Setzen des Sensors kannst du Folgendes beachten:
Die Haut gründlich reinigen, am besten mit Wasser und Seife oder einem Alkoholtupfer, und anschließend gut trocknen lassen.
Lotionen, Öle und Cremes vor dem Setzen vermeiden.
Falls nötig, die betreffende Hautstelle rasieren, damit sie glatter wird.
Bei allergischen Reaktionen könnte Folgendes hilfreich sein:
Ein Hautschutz kann die allergische Reaktion auf ein Pflaster vermindern. Trage zu diesem Zweck ein Barriere-Spray (z.B. das 3 M Cavilon Barrier Film Pump Spray) oder eine Hautschutzfolie (Tegaderm oder Opsite Folie) auf. Durch den dünnen Schutzfilm als “Zwischenlage” steht deine Haut nicht in direktem Kontakt mit dem Pflaster.
Tipp: Falls das noch keine ausreichende Verbesserung bringt, weil die genannten Folien vielleicht zu dünn sind, könnte die “Brava Hautschutzplatte” Abhilfe schaffen. Sie ist noch etwas dicker und verhindert, dass Klebstoffe durchsickern.
Nach Entfernen des Sensors kannst du die Hautstelle gut mit einer unparfümierten Feuchtigkeitscreme behandeln, beispielsweise der CeraVe Feuchtigkeitslotion. Diese enthält Ceramide und Hyaluronsäure, zieht relativ schnell ein und unterstützt die Hautbarriere, was gerade bei häufigem Sensorwechsel hilfreich ist.
Bei irritativen Hautreizungen kann es helfen, wenn du deinen Sensor immer an eine andere Stelle setzt. So hat deine Haut genug Zeit, sich zu erholen. Aber: Wenn du richtig allergisch gegen den Klebstoff bist, dein Immunsystem also die genetische Veranlagung hat, sich gegen ihn zu wehren, wird der Prozess der “Sensibilisierung” allein durch den Wechsel der Hautstelle nicht verhindert oder verlangsamt.
Beachte: Solltest du jedoch starke Beschwerden wie Juckreiz, Bläschen oder nässende Stellen bekommen, ist es sinnvoll, ärztlichen Rat einzuholen.
Die Kombination, die sich bei Allergien oft bewährt
Cavilon Barrier Film auftragen.
Trocknen lassen (ca. 30 Sekunden).
Tegaderm oder Opsite aufkleben.
Eine kleine Öffnung für den Sensorfaden stanzen.
Sensor setzen.
Falls nötig, mit einem Overpatch fixieren.
Die obigen Produktempfehlungen sind natürlich nicht allgemeingültig, denn jede Haut ist anders. Am besten probierst du selbst aus, was dir guttut. Dieses Ausprobieren kann zwar etwas Zeit kosten, aber deine Haut wird es dir am Ende danken! Lass dich nicht entmutigen, wenn du nicht auf Anhieb die perfekten Produkte findest. Du kannst dich hier jederzeit mit anderen Betroffenen austauschen oder dein Diabetes-Team um Rat fragen.
Tipps zur richtigen Hautpflege bei Diabetes
Für gesunde Haut braucht es Aufmerksamkeit und Engagement – bei Diabetes gilt das ganz besonders. Viele Hautprobleme entwickeln sich schleichend und bleiben zunächst unbemerkt. Mit einigen einfachen Gewohnheiten kannst du deine Haut wirksam schützen und das Risiko für Beschwerden deutlich verringern. Dabei geht es aber nicht allein und auch nicht in erster Linie um die richtigen Pflegeprodukte...
Eine gute Blutzuckereinstellung ist die beste Hautpflege
Die wirksamste Maßnahme gegen diabetesbedingte Hautprobleme liegt in einem guten Blutzuckermanagement und einer hohen TIR. Je häufiger sich deine Glukosewerte im Zielbereich befinden, desto geringer ist das Risiko für Nervenschäden, Durchblutungsstörungen und Infektionen. Außerdem entstehen so weniger AGEs, die das Bindegewebe und die Haut langfristig schädigen. Natürlich lassen sich Schwankungen im Alltag nicht immer vermeiden. Trotzdem ist jeder Schritt hin zu einem stabileren Glukosestoffwechsel Gold wert. Deine Haut profitiert davon ebenso wie deine Augen, deine Nieren, dein Herz und allgemein deine Blutgefäße.
Wenn du mehr über die Bedeutung, Messung und die Einflussfaktoren von deinem HbA1c-Wert und deiner Time in Range (TIR) erfahren möchtest, kannst du dir gerne unseren Beitrag dazu durchlesen.
Die Haut regelmäßig kontrollieren
Nimm dir regelmäßig ein paar Minuten Zeit, um deine Haut gründlich zu analysieren. Achte auf Rötungen, Schwellungen, Druckstellen, Blasen, Risse oder Veränderungen der Hautfarbe. Je früher du Auffälligkeiten entdeckst, desto einfacher und besser lassen sie sich behandeln. Besonders wichtig ist die Kontrolle der Füße. Untersuche sie möglichst täglich – auch zwischen den Zehen und an den Fußsohlen. Falls du dich dort selbst schlecht sehen kannst, helfen ein Handspiegel oder die Unterstützung einer anderen Person.
Nicht zu häufig und nicht zu heiß waschen
Gründliche Körperpflege ist wichtig, doch zu häufiges und vor allem sehr heißes Duschen kann der Haut Feuchtigkeit entziehen. Das schwächt den natürlichen Schutzfilm und verstärkt trockene Haut. Lauwarmes Wasser und milde, hautfreundliche Waschprodukte sind meist die bessere Wahl. Aggressive Seifen oder stark parfümierte Duschgels können die Haut zusätzlich reizen. Nach dem Waschen ist es schonender, die Haut vorsichtig trocken zu tupfen, statt sie kräftig abzurubbeln.
Trockene Haut mit geeigneten Cremes pflegen
Fühlt sich deine Haut trocken oder rau an, solltest du sie regelmäßig eincremen. Geeignet sind feuchtigkeitsspendende Cremes oder Lotionen, die die Hautbarriere stärken und den Feuchtigkeitsverlust verringern. Besonders bewährt haben sich harnstoffhaltige Pflegeprodukte mit Urea. Harnstoff bindet Wasser in der Haut und macht verhornte Hautstellen geschmeidiger. Welche Konzentration sinnvoll ist, hängt von der Hautstelle und dem Ausmaß der Trockenheit ab. Bei offenen Hautstellen oder stark gereizter Haut können harnstoffhaltige Produkte allerdings vorübergehend brennen. In diesem Fall sind zunächst andere feuchtigkeitsspendende Pflegeprodukte oft angenehmer.
Die richtige Creme richtig anwenden
Je nach Hautstelle empfiehlt sich ein anderes Vorgehen. Während du Arme, Beine, Brust, Bauch, Rücken und Gesäß ruhig großzügig eincremen darfst, ist an den Füßen dagegen etwas Vorsicht geboten. Die Fußsohlen und trockene Hautstellen in anderen “größeren” Fußzonen profitieren zwar von einer regelmäßigen Pflege, doch zwischen den Zehen und im Nagelbereich solltest du besser keine Creme auftragen. Denn dort kann verbleibende Feuchtigkeit das Wachstum von Pilzen begünstigen. Deshalb gilt: gut eincremen, ja – aber die Zehenzwischenräume lieber trocken lassen. Parfümfreie Produkte sind zu bevorzugen, insbesondere wenn deine Haut empfindlich ist und zu Reizungen neigt.
Hände und Füße besonders schützen
Hände und Füße sind im Alltag zahlreichen Belastungen ausgesetzt. Häufiges Händewaschen, Reinigungsmittel oder trockene Luft können die Haut zusätzlich austrocknen. Eine pflegende Handcreme nach dem Waschen hilft dabei, die Hautbarriere zu erhalten. Auch die Füße brauchen maximale Aufmerksamkeit. Trage gut sitzende Schuhe und weiche, möglichst nahtarme Socken aus atmungsaktiver und hautfreundlicher Baumwolle, damit keine Druckstellen entstehen. Schneide deine Fußnägel gerade und nicht zu kurz. Hornhaut solltest du nur vorsichtig entfernen. Von scharfen Klingen und auch von Hornhauthobeln raten wir ab, da sie leicht Verletzungen verursachen können. Apropos…
Kleine Verletzungen ernst nehmen
Selbst kleine Kratzer oder Blasen verdienen bei Diabetes besondere Beachtung. Reinige die betroffene Stelle vorsichtig und beobachte, ob sie gut verheilt. Nimmt die Rötung zu, tritt Flüssigkeit oder Eiter aus oder entstehen Schmerzen, solltest du ärztlichen Rat einholen. Versuche außerdem, Verletzungen so weit wie möglich zu vermeiden. Barfußlaufen beispielsweise – vor allem im Freien – erhöht das Risiko für unbemerkte Schnitte oder Druckstellen. Wenn du bereits von einer diabetischen Neuropathie betroffen bist, spürst du solche Verletzungen oft erst spät, was schwerwiegende Folgen haben kann.
Einstichstelle regelmäßig wechseln
Wenn du Insulin mittels Pen spritzt oder eine Insulinpumpe verwendest, solltest du die Einstichstelle konsequent wechseln. So gibst du dem Unterhautfettgewebe genügend Zeit, sich zu regenerieren, und reduzierst damit das Risiko für die weiter oben erwähnten Lipohypertrophien und andere Gewebeveränderungen. Kontrolliere die beanspruchten Hautpartien regelmäßig. Tastbare Verhärtungen, Knoten oder Vertiefungen solltest du deinem Diabetes-Team zeigen und vorerst nicht weiter für Injektionen oder Katheter nutzen.
Hautfreundliche Pflaster können Beschwerden verringern
Wenn du einen CGM-Sensor und/oder eine Insulinpumpe trägst, kennst du Hautreizungen unter dem Pflaster vielleicht aus eigener Erfahrung. Häufig hilft bereits ein Wechsel auf ein anderes Pflaster, da sich die verwendeten Klebstoffe unterscheiden. Zeigen sich wiederholt Rötungen, Juckreiz oder Bläschen, solltest du dein Diabetes-Team darauf ansprechen. Gemeinsam findet ihr sicherlich eine Lösung – etwa durch den Einsatz hautfreundlicher Pflaster, geeigneter Schutzfolien oder anderer Hilfsmittel, die empfindliche Haut entlasten können.
Ein Zugang. Über 20 ExpertInnen.
Stell dir vor, du hättest über 20 ExpertInnen in deiner Schwerpunktpraxis, die selbst mit Diabetes leben. Echter Austausch auf Augenhöhe. Tipps und Tricks über Hautgesundheit aus eigener Erfahrung. Über 20 Events. Jeden Monat. Laufzeit monatlich oder jährlich. Jederzeit kündbar. Sichere dir jetzt deinen Zugang.
Konkrete Tipps für den Umgang mit Allergien und Hautreizungen auf Pflaster und Katheter
Vor dem Setzen des Sensors kannst du Folgendes beachten:
Die Haut gründlich reinigen, am besten mit Wasser und Seife oder einem Alkoholtupfer und anschließend gut trocknen lassen.
Lotionen, Öle und Cremes vor dem Setzen vermeiden.
Falls nötig, die betreffende Hautstelle rasieren, damit die Hautstelle glatter wird.
Bei allergischen Reaktionen könnte Folgendes hilfreich sein:
Ein Hautschutz kann helfen, die allergische Reaktion auf ein Pflaster zu vermindern. Diesen kannst du entweder in Form von Barriere-Sprays (z.B. das 3 M Cavilon Barrier Film Pump Spray) oder Hautschutzfolien (Tegaderm oder Opsite Folie) auftragen. Dadurch entsteht ein dünner Schutzfilm zwischen dem Pflaster und deiner Haut, sodass deine Haut nicht in direktem Kontakt mit dem Pflaster steht.
Falls das oben genannte immer noch nicht hilft und die genannten Folien zu dünn sind, könnte die Brava Hautschutzplatte Abhilfe schaffen. Sie ist noch etwas dicker und verhindert, das Klebstoffe durchsickern können.
Nach Entfernen des Sensors kannst du die Hautstelle gut mit einer unparfürmierten Feuchtigkeitscreme behandeln, beispielsweise der CeraVe Feuchtigkeitslotion. Diese enthält Ceramide und Hyaluronsäure, ist parfümfrei, zieht relativ schnell ein und unterstützt die Hautbarriere, was gerade bei häufigem Sensorwechsel hilfreich ist.
Bei irritativen Hautreizungen kann es helfen, wenn du deinen Sensor immer an eine andere Stelle setzt. So hat deine Haut genug Zeit, sich zu erholen. Wenn dein Immunsystem jedoch genetisch allergisch gegen den Klebstoff ist, wird der Prozess der “Sensibilisierung” durch den Wechsel der Hautstelle jedoch nicht verhindert oder verlangsamt.
Beachte: Solltest du jedoch starke Beschwerden, wie Juckreiz, Bläschen oder nässende Stellen bekommen, ist es sinnvoll, ärztlichen Rat aufzusuchen.
Die Kombination, die sich bei Hautallergien mit Diabetes im Alltag oft bewährt:
Cavilon Barrier Film auftragen.
Trocknen lassen (ca. 30 Sekunden).
Tegaderm oder Opsite aufkleben.
Eine kleine Öffnung für den Sensorfaden stanzen.
Sensor setzen.
Falls nötig mit einem Overpatch sichern.
Die obigen Produktempfehlungen sind natürlich nicht allgemeingültig, denn jede Haut ist anders. Am besten probierst du selbst aus, was dir guttut. Dieses Ausprobieren kann zwar etwas Zeit kosten, aber deine Haut wird es dir am Ende danken! Lass dich nicht entmutigen, wenn du nicht auf Anhieb die perfekten Produkte findest. Du kannst dich hier jederzeit mit anderen Betroffenen austauschen oder dein Diabetesteam um Rat fragen.
Wann sollte ich ärztlichen Rat einholen?
Die meisten Hautprobleme bei Diabetes sind gut behandelbar, wenn sie früh erkannt werden. Deshalb solltest du Veränderungen nicht erst wochen- oder gar monatelang beobachten, sondern frühzeitig ärztlich abklären lassen, wenn sie auf sehr intensive Art und Weise neu auftreten, sich relativ zügig ausbreiten oder trotz guter Hautpflege bestehen bleiben. Das gilt insbesondere für schlecht heilende Wunden, starke Rötungen, Schwellungen, Blasen, Eiter, wiederkehrende Pilzinfektionen oder Hautveränderungen unklarer Ursache.
Wenn du bereits wegen Diabetes betreut wirst, kannst du dich zunächst an dein Diabetes-Team wenden. Im Gespräch wird häufig schnell klar, ob die Beschwerden mit dem Diabetes oder der Therapie zusammenhängen. Bei unklaren Hautveränderungen, hartnäckigen Ekzemen, Verdacht auf eine Kontaktallergie oder wiederkehrenden Infektionen ist zusätzlich eine Untersuchung durch einen Dermatologen oder eine Dermatologin sinnvoll. Im Idealfall arbeiten beide Fachrichtungen eng zusammen und ergänzen sich bei der Behandlung.
Diabetes und Haut – Besonderheiten bei Kindern und Jugendlichen
Auch Kinder und Jugendliche mit Diabetes können Hautprobleme entwickeln. Häufig stehen dabei weniger diabetesbedingte Gefäß- oder Nervenschäden im Vordergrund, sondern Hautreaktionen durch Pens, Insulinpumpen, CGM-Sensoren oder die zur Fixierung der Diabetes-Technik verwendeten Pflaster. Gerade empfindliche Kinderhaut reagiert öfters mit Rötungen, Juckreiz oder Ekzemen auf die Klebstoffe. Hinzu kommt, dass die Haut in der Pubertät durch die hormonellen Veränderungen ohnehin schon belastet ist.
Eine sorgfältige Pflege sowie permanent wechselnde Injektions-, Katheter- und Sensorstellen helfen, die Haut zu entlasten. Eltern sollten die Haut ihrer Kinder beim Katheter- oder Sensorwechsel stets aufmerksam kontrollieren. Treten anhaltende Hautreizungen oder wiederkehrende Entzündungen auf, ist unbedingt das Diabetes-Team und bei Bedarf ein Hautarzt oder eine Hautärztin einzubeziehen. Auf diese Weise finden sich oft frühzeitig geeignete Lösungen, damit die Diabetes-Therapie wieder ohne Hautirritationen fortgeführt werden kann.
Zusammenfassung und Schlusswort
Diabetes kann die Haut auf vielfältige Weise beeinflussen – von trockener Haut und Juckreiz bis hin zu Infektionen oder Veränderungen an den Einstichstellen sind verschiedene Auswirkungen möglich. Ein Großteil dieser Beschwerden entsteht durch längerfristig hohe Blutzuckerwerte, eine beeinträchtigte Durchblutung, Nervenschäden oder eine eingeschränkte Funktion des Immunsystems. Außerdem können manche Hautauffälligkeiten schon früh auf einen bislang unentdeckten Diabetes hinweisen.
Die wichtigste Grundlage für schöne, gesunde Haut ist eine gute Blutzuckereinstellung. Ergänzt durch regelmäßige Hautpflege mit geeigneten, parfümfreien, eventuell harnstoffhaltigen Mitteln, das konsequente Wechseln von Einstichstellen und einen aufmerksamen Blick für und auf Veränderungen kannst du das Risiko für die meisten Hautprobleme erheblich senken. Und falls doch einmal Beschwerden auftreten, gilt: Je früher sie erkannt und behandelt werden, desto besser stehen die Chancen auf eine schnelle Heilung und dauerhaft gesunde Haut.
Ein Zugang. Über 20 ExpertInnen.
Stell dir vor, du hättest über 20 ExpertInnen in deiner Schwerpunktpraxis, die selbst mit Diabetes leben. Echter Austausch auf Augenhöhe. Tipps und Tricks über Hautgesundheit aus eigener Erfahrung. Über 20 Events. Jeden Monat. Laufzeit monatlich oder jährlich. Jederzeit kündbar. Sichere dir jetzt deinen Zugang.
