Bewegung & Sport mit dem mylife Loop (CamAPS FX): Mehr Freiheit, bessere Blutzuckerkontrolle

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Welche Rolle spielt Bewegung für Menschen mit Diabetes Typ 1?
Sport und Bewegung sind zentrale Bausteine für Gesundheit, Lebensqualität und Stoffwechselkontrolle. Doch für Menschen mit Typ-1-Diabetes kann körperliche Aktivität häufig zu einer Herausforderung werden: Die Blutglukose kann je nach Intensität und Dauer unvorhersehbar schwanken, Muskelarbeit steigert die Insulinempfindlichkeit, während Adrenalinspitzen oder Wettkampfstress den Blutzucker nach oben treiben können. Auch nach dem Sport hört das nicht auf, der Nachbrenneffekt beeinflusst den Blutzuckerspiegel noch bis zu 48 Stunden nach dem Training. Viele Betroffene kennen die Angst vor Hypoglykämien (Unterzuckerung) während oder nach dem Sport, aber auch die frustrierende Erfahrung von Hyperglykämien (Überzuckerung) direkt nach dem Sport. Diese Unsicherheiten erschweren es, spontane oder geplante Bewegung entspannt zu genießen.
Hier kannst du mehr lesen über Diabetes Typ 1 und Sport.
Wie können AID-Systeme gute BZ-Werte (Time in Range / HbA1c) bei Sport und Bewegung unterstützen?
Automatisierte Insulin-Delivery-Systeme (AID) sind eine echte Erleichterung: Sie passen die Insulinzufuhr in Echtzeit an aktuelle Gewebeglukosedaten an und können Blutzuckerschwankungen reduzieren. Allerdings haben viele kommerzielle Systeme Einschränkungen: Moduswechsel sind teils kompliziert, Reaktionen auf unterschiedliche Belastungsarten nicht flexibel oder schnell genug oder sie erfordern viel manuelles Eingreifen.
Warum ist der mylife Loop für gute BZ-Kontrolle beim Sport besonders geeignet?
Der mylife Loop kombiniert eine einfache Bedienung mit einem leistungsstarken Algorithmus. Er reagiert dynamisch auf Veränderungen des Glukosespiegels, ermöglicht flexible und spontane Einstellungen für Sportphasen und entlastet Nutzerinnen und Nutzer bei der Planung und Durchführung ihrer Sporteinheit.
Kurze Vorstellung: Was ist der mylife Loop und wie funktioniert er?
Der mylife Loop ist ein modulares Hybrid-Closed-Loop-System mit Insulinpumpe, CGM-Sensor und der CamAPS FX App. Die App steuert alle 8–12 Minuten automatisch die Insulinzufuhr, basierend auf aktuellen Gewebeglukosedaten. Mehr Informationen gibt es auf der mylife Diabetescare Website oder in unserem mylife Hub.
Besondere Funktionen des mylife Loops im Kontext Bewegung & Sport
Ease-off-Modus: Reduziert die Insulinabgabe bei erhöhter Aktivität, senkt das Hypoglykämierisiko. Lässt sich bis zu 24h im Voraus planen, bspw. für Sport direkt nach dem Aufstehen.
Boost-Modus: Unterstützt nach dem Training oder bei intensiven Sportarten, wenn Blutzuckeranstiege erwartet werden. Auch der Boost-Modus lässt sich bis zu 24h im Voraus planen.
Anpassung des BZ-Ziels: Der Blutzucker-Zielwert kann zwischen 98 und 180 mg/dl (5,4 - 10 mmol/l) frei gewählt werden – auch eine Anpassung je nach Tageszeit ist möglich.
Eingabe von Hypo-Snacks: Zur Abwendung einer Hypoglykämie (Unterzuckerung) können Kohlenhydrate als Hypo-Mahlzeit eingegeben werden. Sie verhindern eine Korrektur des darauffolgenden Blutzuckeranstiegs durch den Algorithmus für die folgenden 30 Minuten.
Automatisches Lernen: Der Algorithmus merkt sich Muster bei Sport, der regelmäßig ausgeübt wird und reagiert bei wiederholter Belastung intelligenter.
Schneller Moduswechsel: Einfaches Umschalten zwischen Ruhe- und Aktivitätsphasen direkt über das Smartphone.
Adaptive Insulinempfindlichkeit: Berücksichtigt Tageszeit, Belastungsintensität und individuelle Stoffwechselreaktionen.
Keine Unterbrechung der Insulinabgabe bei Verbindungsproblemen – auch bei Verbindungsabbruch wird die Insulinabgabe im automatischen Modus für 30 Minuten fortgesetzt. Das ist besonders hilfreich bei Feldsportarten oder Wassersport, wo die Verbindung zum Smartphone kurzzeitig mal abbrechen kann.
Diese Funktionen sorgen dafür, dass Bewegung und Sport nicht nur geplant, sondern auch relativ spontan gestartet werden kann und der Blutzucker adaptiv durch das System stabilisiert wird – auch bei Kraftsport, Ausdauersport oder Wassersport.
Vor- und Nachteile des mylife Loop Systems im Sport
Vorteile
Umfangreiche Funktionen wie die Zielwertanpassung zwischen 98 - 180 mg/dl (5,4 - 10 mmol/l), Ease-Off- oder Boost-Modus sowie die eingabe von Hypo-Snacks erleichtern die Blutzuckerkontrolle bei Bewegung und Sport
Eingabe von Hypo-Snacks reduziert das erneute Hypo-Risiko durch zu hohe Korrektur im Automodus
Planbare Boost- und Ease-Off-Modi ermöglichen gezieltere Blutzuckerkontrolle auch am frühen Morgen oder späten Abend bzw. in der Nacht.
Schneller und leichter Reservoirwechsel dank vorgefüllter Reservoire, auch wenn die Sport-Session in fünf Minuten beginnt.
Diskrete Smartphone-Steuerung für gute Blutzuckersteuerung in jedem Moment – beim Turnier, im Fitnessstudio oder auf dem Fahrrad.
Mehrere Sensor-Partner: Unterstützt werden aktuell die Sensoren Dexcom G6 und FreeStyleLibre 3 (plus). Die Integration des Dexcom G7 ist in der Entwicklung.
Schulung und Einführung können online erfolgen, zur Ersteinstellung bietet Ypsomed eine persönliche Betreuung durch den eigenen Außendienst.
Nachteile
Abhängigkeit vom Smartphone: Das System läuft nur in Bluetooth-Reichweite des Smartphones, diese kann je nach CGM-Sensor und Smartphone variieren. Bei leerem Akku oder Signalstörungen springt das System in einen Basalmodus zurück – Bolusgabe ggf. manuell notwendig. Bei kurzzeitigem Signalverlust läuft der automatische Modus für maximal 30 Minuten weiter, bevor das System in den Basalmodus springt.
Der Funktionsumfang kann etwas Eingewöhnung fordern, um Funktionen wie Ease-Off- oder Boost-Modus bzw. die richtige Menge an Hypo-Snacks herauszufinden. Wer sie gut versteht und gezielt nutzt, kann seine BZ-Werte bei Bewegung und Sport spielend leicht mit dem mylife-Loop steuern.
Besonders der Umstieg von Pen auf AID-System erfordert neue Strategien und Einstellungen, hier empfehlen wir dir, dir ausreichend Zeit zu nehmen, um deine perfekte Strategie für Bewegung und Sport mit einem AID-System zu erarbeiten. Helfen kann dir dabei auch unsere Online-Schulung zum Thema Diabetes & Sport. Das Tragen einer Insulinpumpe kann bei bestimmten Sportarten unangenehm oder schwierig sein (Vollkontaktsportarten, Wassersportarten, etc.), auch hier geben wir dir Tipps und Anregungen in unserer Online-Schulung.
Vergleich zu Pen und anderen AID-Systemen
Im Vergleich zur Pentherapie ermöglicht der mylife Loop deutlich präzisere und schnellere Anpassungen. Gegenüber anderen AID-Systemen überzeugt er durch flexible und vielseitige Sport-Einstellungen, die intuitive Bedienung und eine breite Altersfreigabe – auch für Kinder und Schwangere.
Praktische Beispiele
Bewegung im Alltag und Sport sind so vielfältig wie das Leben selbst. Hier einige typische Szenarien, in denen der mylife Loop seine Stärken zeigt:
Bei Alltagsbewegungen wie Putzen oder Gartenarbeit reicht oft der Ease-off-Modus, um Unterzuckerungen vorzubeugen. Spaziergänge oder Wanderungen profitieren von der automatischen Reduktion der Basalrate. Bei spontanem Sport wie einem Fußballspiel im Park reagiert der Loop dynamisch ohne langes Vorplanen. Geplante Trainingseinheiten wie Joggen oder Radfahren lassen sich mit temporären Zielwerten und Ease-off ideal vorbereiten.
Im Ausdauersport wie Marathon oder Radmarathon zeigt sich die Lernfähigkeit des Algorithmus: Wiederholte Belastungen werden immer besser ausbalanciert. Krafttraining mit kurzen, intensiven Intervallen erfordert oft den Boost-Modus, um postexercise Hyperglykämien zu vermeiden. Bei körperbetonten Sportarten wie Yoga oder Tanz ist die diskrete Smartphone-Steuerung praktisch. Wassersportarten erfordern wasserdichte Lösungen und gute Planung für Sensor & Pumpe, hier helfen flexible Tragesysteme. Im Leistungssport zählt Präzision – hier kombiniert der mylife Loop dynamische Anpassungen mit verlässlichen Trenddaten für optimale Performance.
| Szenario | Herausforderungen bei T1D | Unterstützung durch den mylife Loop |
|---|---|---|
| Alltagsbewegung (z. B. Putzen, Gartenarbeit) | Ungeplante Aktivität → Risiko für Hypoglykämien | Ease-off-Modus und eine Zielwertanpassung reduzieren die Insulinabgabe |
| Spaziergänge & Wanderungen | Längere moderate Belastung → schwankender Blutzucker | (Geplanter) Ease-off-Modus und die Zielwertanpassung reduzieren die Insulinabgabe |
| Spontaner Sport (z. B. Fußball mit Freunden) | Keine Vorplanung möglich → Unter- oder Überzuckerungen | Ease-Off-Modus, Zielwertanpassung und Hypo-Snack eingeben |
| Geplanter Sport (z. B. Joggen, Radfahren) | Schwieriges Timing von Mahlzeit, Bolus und Bewegung | Zielwert anpassen und planen, sowie Ease-Off-Modus planen |
| Ausdauersport (z. B. Marathon) | Lange Belastungen → spätere Hypoglykämien möglich | Zielwert anpassen, Ease-Off-Modus planen, bei Bedarf Hypo-Snack eingeben, besonders regelmäßig trainieren, damit Algorithmus optimal lernt. Ease-Off und Zielwertanpassung auch für Nachbrenneffekt nutzen! |
| Krafttraining | Adrenalin → Hyperglykämien nach dem Training | Boost-Modus kann einen Blutzuckeranstieg abfangen, ggf. planen |
| Körperbetonte Sportarten (z. B. Yoga, Tanz) | Diskretion und Bewegungsfreiheit erforderlich | Kleine Pumpe (so groß wie eine Scheckkarte) ermöglicht diskretes und sicheres Verstauen. Smartphone liegt am “Seitenrand” |
| Wassersport (z. B. Schwimmen) | Pumpen- & Sensorschutz notwendig | Insulinpumpe und CGM-Sensoren sind wasserdicht, Verbindung alle 30 Minuten sicherstellen, für ununterbrochene Funktion des automatischen Modus. |
| Leistungssport | Hohe Intensität → präzise BZ-Kontrolle erforderlich | Kombination aller Funktionen. Besonders regelmäßiges Training erleichtert die Blutzuckerkontrolle durch lernenden Algorithmus. Zielwertanpassung und Ease-Off oder Boost-Modus eignen sich optimal für Training und Wettkampf. |
Therapieanpassung & Maßnahmen
Wie bereits gezeigt wurde, ist Sport mir Diabetes Typ 1 auch im Zeitalter automatisierter Insulinabgabe weiterhin eine besondere Herausforderung. Um Menschen mit Diabetes und Behandlungsteams dabei zu unterstützen, haben Othmar Moser et al. im Rahmen einer internationalen Positionsstellungnahme von EASD und ISPAD aktuelle wissenschaftliche Evidenz zur Nutzung von Automated Insulin Delivery (AID) rund um Sport und Bewegung zusammengefasst.
Das in Diabetologia (2025) veröffentlichte Paper „The use of automated insulin delivery around physical activity and exercise in type 1 diabetes“ beschreibt praxisnah, wie AID-Systeme – darunter auch mylife Loop (CamAPS FX) – vor, während und nach körperlicher Aktivität eingesetzt werden können. Ein besonderer Fokus liegt auf der Nutzung von temporär erhöhten Glukosezielen, der Reduktion von Insulin-on-Board sowie der situationsabhängigen Kohlenhydratzufuhr auf Basis von CGM-Trendpfeilen.
Im Folgenden sind die konkreten Therapieempfehlungen für mylife Loop aus dem Paper zusammengefasst. Sie dienen als Orientierung und müssen im Alltag individuell und situationsabhängig angepasst werden. Bei Unsicherheiten oder wiederkehrenden Problemen wird ausdrücklich die Rücksprache mit dem behandelnden Diabetes-Team empfohlen.
Legende
Exercise Target / Ease-Off-Modus = erhöhter Glukosezielwert im mylife Loop
Zielwert Sport: 7,0–10,0 mmol/l (≈ 126–180 mg/dl)
mmol/l × 18 = mg/dl
CHO = schnell wirkende Kohlenhydrate
| Phase | ⬆️ Steigend | ➡️ Stabil | ⬇️ Fallend | ⬇️⬇️ Stark fallend |
|---|---|---|---|---|
| Geplante körperliche Aktivität | • Exercise Target aktivieren (idealerweise 60–120 min vorher) • Ziel: 7,0–10,0 mmol/l (126–180 mg/dl) • Keine zusätzliche gKH nötig | • Exercise Target aktivieren (60–120 min vor Start) • Ziel: 7,0–10,0 mmol/l (126–180 mg/dl) • Bei Mahlzeit < 2 h vor Sport: Bolusreduktion empfohlen | • Exercise Target aktivieren • Ziel: 7,0–10,0 mmol/l (126–180 mg/dl) • 10–20 g KH, wenn Glukose < 7,0 mmol/l (< 126 mg/dl) | • Sport verschieben, bis Glukose stabil > 7,0 mmol/l (> 126 mg/dl) • 12–20 g KH • Exercise Target erst nach Stabilisierung starten |
| Ungeplante körperliche Aktivität | • Exercise Target sofort aktivieren • Ziel: 7,0–10,0 mmol/l (126–180 mg/dl) • Meist keine gKH erforderlich | • Exercise Target sofort aktivieren • Bei < 7,0 mmol/l (< 126 mg/dl): 3–6 g KH | • Exercise Target sofort aktivieren • 6–9 g CHO, wenn < 7,0 mmol/l (< 126 mg/dl) | • Exercise Target sofort aktivieren • 9–12 g gKH (bei sehr starkem Abfall 12–20 g) • Aktivität ggf. kurz unterbrechen |
| Während des Sports | • Exercise Target aktiv lassen • Ziel: 7,0–10,0 mmol/l (126–180 mg/dl) • Keine routinemäßige gKH-Zufuhr | • Exercise Target aktiv • Bei Glukose < 7,0 mmol/l (< 126 mg/dl): 3–6 g KH | • Exercise Target aktiv • 6–9 g KH bei fallendem Trend < 7,0 mmol/l (< 126 mg/dl) | • Exercise Target aktiv • 9–12 g KH (bei sehr starkem Abfall bis 12–20 g) • Aktivität ggf. kurz unterbrechen |
Zentrale Aussagen des Papers zu mylife Loop
Exercise Target / Ease-Off-Modus ist das primäre Steuerinstrument rund um Sport
Idealerweise 60–120 Minuten vor geplanter Aktivität aktivieren, um Insulin-on-Board zu reduzieren
Kohlenhydrate werden additiv eingesetzt, wenn der Algorithmus allein nicht ausreicht
Entscheidungen basieren auf:
aktuellem Sensorwert
Trendpfeil
Insulin-on-Board
Art, Dauer und Intensität der Aktivität
Die angegebenen KH-Mengen sind evidenzbasierte Richtwerte, keine starren Vorgaben.

Wichtige Hinweise aus dem Paper (zu mylife Loop)
Die Empfehlungen dienen als strukturierte Orientierung für den Alltag mit mylife Loop. Individuelle Anpassungen sind ausdrücklich vorgesehen und notwendig.
Bei wiederholten Hypo- oder Hyperglykämien rund um Sport sollte eine gemeinsame Anpassung mit dem Diabetes-Team erfolgen.
Tipps & Empfehlungen
Praktische Tipps für Bewegung & Sport
Bei geplanter Aktivität den Ease-off-Modus rechtzeitig aktivieren und ggf. den Zielwert anpassen
Kohlenhydrate vor Ausdauerbelastungen individuell anpassen
Für spontane Aktivität Ease-Off Modus sowie Hypo-Mahlzeit eingeben
Blutzucker nach Sporteinheit im Blick behalten (Nachbrenneffekt): Ease-Off-Modus nutzen und ggf. planen, sowie Boost-Modus bei Hyperglykämierisiko verwenden.
Zusammenfassende Tipps zur Steuerung des Blutzuckers mit dem mylife Loop bei Bewegung & Sport
Trainingstagebuch mit Loop-Daten verknüpfen
Regelmäßig Sensordaten prüfen
Algorithmus lernt aus wiederholten Belastungen – Geduld zahlt sich aus.
Fazit
Der mylife Loop bringt neue Freiheit für Menschen mit Typ-1-Diabetes im Alltag und Sport. Weniger Hypoglykämien, flexible Moduswechsel und ein lernender Algorithmus erleichtern Bewegung jeder Art – vom Spaziergang bis zum Leistungssport. Wer körperliche Aktivität entspannt genießen möchte, findet im mylife Loop einen starken Partner für stabile Blutzuckerwerte und mehr Lebensqualität. Spannende Einblicke in ihren Alltag als Sportlerin mit dem mylife Loop gibt dir Kathi Korn in unserem Interview.
In unserem mylife Hub findet ihr alle Informationen rund um den mylife Loop, sowie Tipps für den Umgang bei Ernährung, beim Reisen, für Kinder oder Schwangere (bzw. die, die es werden wollen). Auf unserer Wissensplattform findet ihr außerdem weitere Artikel zum Thema Sport & Bewegung mit Diabetes Typ 1.
